2000–2009
Die wunderbare Grundlage unseres Glaubens
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Die wunderbare Grundlage unseres Glaubens

Dank sei Gott, dass er im Zusammenhang mit der wiederhergestellten Kirche Jesu Christi auf so wunderbare Weise Zeugnis gegeben, Vollmacht übertragen und Lehre offenbart hat.

Meine lieben Brüder und Schwestern, ich erbitte die Inspiration des Herrn, wenn ich jetzt zu Ihnen spreche. Ich spüre die ungeheure Verantwortung, zu den Heiligen der Letzten Tage zu sprechen, immer wieder aufs Neue. Ich bin dankbar für Ihre Güte und Nachsicht. Ich bete immer, dass ich Ihres Vertrauens würdig sein möge.

Kürzlich bin ich von einer sehr langen Reise zurückgekehrt. Sie war sehr anstrengend, aber es war wunderschön, mit den Heiligen zusammenzukommen. Wenn es möglich wäre, würde ich alle alltäglichen Verwaltungsangelegenheiten der Kirche anderen überlassen und meine Zeit bei unseren Mitgliedern verbringen, ob in kleinen Zweigen oder in großen Pfählen. Ich würde gern mit den Heiligen zusammenkommen, wo sie auch sind. Ich denke, dass jedes Mitglied der Kirche einen Besuch verdient hätte. Es tut mir Leid, dass ich aufgrund körperlicher Einschränkungen nicht mehr allen die Hand geben kann. Aber ich kann ihnen mit frohem Herzen in die Augen blicken, meine Liebe zum Ausdruck bringen und einen Segen aussprechen.

Anlass für meine letzte Reise waren die erneute Weihung des Freiberg-Tempels in Deutschland und die Weihung des Den-Haag-Tempels in den Niederlanden. Ich durfte vor 17 Jahren den Freiberg-Tempel weihen. Es war ein eher bescheidenes Gebäude, das in der damaligen DDR gebaut worden war. Seine Errichtung war buchstäblich ein Wunder. Präsident Monson, Hans Ringger und andere hatten das Wohlwollen der ostdeutschen Regierungsbeamten erlangt, die dem Bau zustimmten.

All die Jahre hat dieser Tempel ausgesprochen gute Dienste geleistet. Nun ist die berüchtigte Mauer fort. Unsere Mitglieder können leichter nach Freiberg reisen. Das Gebäude war nach all den Jahren abgenutzt und nicht mehr ausreichend.

Der Tempel ist vergrößert worden. Er ist jetzt viel schöner und praktischer. Es fand nur eine Weihungssession statt. Von überallher kamen die Mitglieder aus diesem großen Gebiet zusammen. In dem großen Raum, in dem wir saßen, sahen wir die Gesichter dieser treuen Heiligen der Letzten Tage, die all die Jahre hindurch – in sonnigen wie in düsteren Zeiten, unter von der Regierung auferlegten Einschränkungen und, wie jetzt, in völliger Freiheit – den Glauben bewahrt, dem Herrn gedient und wahre Größe gezeigt hatten. Es tut mir so Leid, dass ich diese heldenhaften Brüder und Schwestern nicht umarmen und ihnen sagen konnte, wie sehr ich sie liebe. Wenn sie mich jetzt hören, hoffe ich, dass sie diese Liebe spüren und mir verzeihen, dass ich sie so schnell wieder verlassen musste.

Von dort flogen wir nach Frankreich, um Angelegenheiten der Kirche zu regeln. Danach flogen wir nach Rotterdam und fuhren nach Den Haag. An einem Tag in drei verschiedenen Ländern zu arbeiten, ist für einen alten Mann ziemlich anstrengend.

Am nächsten Tag weihten wir den Den-Haag-Tempel. Vier Sessionen wurden abgehalten. Es war ein tief bewegendes und wunderbares Erlebnis.

Der Tempel ist ein wunderschönes Gebäude in einer reizvollen Gegend. Ich bin so dankbar für dieses Haus des Herrn, das von den Heiligen in den Niederlanden, in Belgien und einem Teil Frankreichs genutzt wird. Bereits 1861 wurden zum ersten Mal Missionare in diesen Teil Europas gesandt. Tausende schlossen sich der Kirche an. Die meisten wanderten nach Amerika aus. Aber heute haben wir dort eine wunderbare Gruppe kostbarer und treuer Heiliger der Letzten Tage, die es verdienen, ein Haus des Herrn in der Nähe zu haben.

Ich hatte entschieden, auch noch weitere Gebiete zu besuchen, während wir in diesem Teil der Welt waren. Deshalb flogen wir weiter in die Ukraine, nach Kiew. Vor 21 Jahren bin ich schon einmal dort gewesen. Jetzt liegt ein Gefühl von Freiheit in der Luft. Wie inspirierend es war, dort mit über 3.000 Heiligen aus der Ukraine zusammenzukommen! Die Menschen kamen von fern und nah, sie hatten weder Unannehmlichkeiten noch Kosten gescheut, um herzukommen.

Eine Familie konnte es sich nicht leisten, dass alle mitkamen. Die Eltern blieben zu Hause und schickten ihre Kinder, damit sie uns sehen konnten.

Von Kiew ging es weiter nach Moskau. Auch dort war ich vor 21 Jahren gewesen, und es hat sich auch dort einiges geändert. Es ist wie Elektrizität, man kann es nicht sehen, aber fühlen. Auch hier hatten wir eine wunderbare Versammlung und die Möglichkeit, mit wichtigen Regierungsbeamten zu sprechen, wie wir es auch in der Ukraine getan hatten.

Welch kostbare Gelegenheit es ist, mit diesen wundervollen Heiligen zusammenzukommen, die in Erfüllung der Prophezeiung Jeremias „[einer] aus jeder Stadt und zwei aus jeder Sippe“ in die Herde Zions gebracht werden (siehe Jeremia 3:14)! Das Leben ist für sie nicht leicht. Sie tragen eine schwere Last. Aber ihr Glaube ist stark und ihr Zeugnis lebendig.

An diesen weit entfernten Orten, die den meisten Mitgliedern unbekannt sind, erstrahlt die Flamme des Evangeliums und erhellt Tausenden den Weg.

Danach flogen wir nach Island. Das ist ein wunderschönes Land mit wunderbaren Menschen. Wir unterhielten uns sehr lange mit dem Präsidenten des Landes, einem sehr angesehenen, fähigen Mann, der auch schon in Utah gewesen war und sehr wohlwollend über unsere Mitglieder spricht.

Wieder kamen wir mit den Heiligen zusammen. Wie inspirierend es war, in ihre Gesichter zu blicken, als wir uns in unserem Gemeindehaus in Reykjavík versammelten!

An all diesen Orten und bei all diesen Anlässen, da ich zu so vielen sprach, beschäftigte mich unentwegt ein Gedanke – welch ein Wunder dieses Werk ist, welch ein absolutes Wunder! Die Worte des großartigen Liedes, das der Chor eben gesungen hat, kamen mir immer wieder in den Sinn.

„O fest wie ein Felsen ist, Vater, dein Wort.

Du bist deines Volkes allmächtiger Hort.“

(„O fest wie ein Felsen“, Gesangbuch, Nr. 56.)

Begreifen wir als Heilige der Letzten Tage wirklich, wie stark unsere Position ist? Unter den Religionen der Welt ist unsere Position einzigartig und wunderbar.

Ist diese Kirche eine Bildungseinrichtung? Ja. Wir lehren, wir unterrichten und lernen beständig und unaufhörlich in den unterschiedlichsten Situationen. Ist sie eine soziale Einrichtung? Gewiss. Sie ist eine große Familie von Freunden, die gern zusammen sind. Ist sie eine Einrichtung, in der man sich gegenseitig hilft? Ja. Sie hat ein bemerkenswertes Programm, das die Selbständigkeit fördert und diejenigen unterstützt, die in Not sind. Sie ist all das und mehr. Doch darüber hinaus ist sie die Kirche und das Reich Gottes, gegründet und geleitet von unserem ewigen Vater und seinem geliebten Sohn, dem auferstandenen Herrn Jesus Christus. Sie soll allen ein Segen sein, die in ihre Herde kommen.

Wir erklären unmissverständlich, dass Gott der Vater und sein Sohn, der Herr Jesus Christus, dem jungen Joseph Smith persönlich erschienen sind.

Als ich in der Fernsehsendung 60 Minutes von Mike Wallace interviewt wurde, fragte er mich, ob ich das tatsächlich glaube. Ich erwiderte: „Ja, Sir, das ist ja das Wunderbare daran.“

So empfinde ich es auch. Unsere ganze Stärke beruht auf der Wahrheit dieser Vision. Entweder hat sie sich ereignet oder nicht. Wenn nicht, ist dieses Werk ein Betrug. Wenn ja, dann ist es das bedeutendste und wunderbarste Werk unter dem Himmel.

Denken Sie darüber nach, Brüder und Schwestern. Jahrhundertelang waren die Himmel verschlossen. Gute Männer und Frauen, nicht wenige – großartige, wunderbare Menschen – bemühten sich, Gottesverehrung und Lehre zu berichtigen, zu festigen, zu verbessern. Ich achte und ehre sie. Wie viel besser die Welt doch dank ihrer unerschrockenen Taten ist. Ich glaube, dass ihr Werk inspiriert war; dennoch wurde ihnen nicht gewährt, dass sich die Himmel öffneten und Gott ihnen erschien.

Dann kam 1820 diese herrliche Kundgebung als Antwort auf das Gebet eines Jungen, der in der Familienbibel die Worte des Jakobus gelesen hatte: „Fehlt es aber einem von euch an Weisheit, dann soll er sie von Gott erbitten; Gott wird sie ihm geben, denn er gibt allen gern und macht niemand einen Vorwurf.“ (Jakobus 1:5.)

Auf diesem einzigartigen und wunderbaren Erlebnis beruht die Wahrheit dieser Kirche.

Es gibt in der gesamten Religionsgeschichte nichts Vergleichbares. Im Neuen Testament wird von der Taufe Jesu berichtet, als die Stimme Gottes vernommen wurde und der Heilige Geist in Gestalt einer Taube herabkam. Auf dem Berg der Verklärung sahen Petrus, Jakobus und Johannes, wie der Herr vor ihnen verwandelt wurde. Sie hörten die Stimme des Vaters, sahen ihn aber nicht.

Warum erschienen beide, der Vater und der Sohn, ausgerechnet einem Jungen? Zunächst einmal kamen sie, um die größte Evangeliumszeit aller Zeiten einzuleiten, in der alle vorherigen Evangeliumszeiten zu einer einzigen zusammengeführt werden.

Kann jemand bezweifeln, dass die Zeit, in der wir leben, das wunderbarste Zeitalter der Weltgeschichte ist? Die Wissenschaft, die Medizin, die Kommunikation, der Verkehr, alles hat sich auf wunderbare Weise weiterentwickelt wie nie zuvor in der Menschheitsgeschichte. Ist es denn nicht vernünftig, zu sagen, dass sich das geistige Wissen in dieser unvergleichlichen Renaissance des Lichts und des Wissens auch weiterentwickelt hat?

Das Werkzeug in diesem Werk Gottes war ein Junge, dessen Verstand nicht mit den Philosophien der Menschen gefüllt war. Sein Verstand war frisch und nicht in den Traditionen der damaligen Zeit geschult.

Es ist leicht zu verstehen, warum die Menschen diesen Bericht nicht annehmen. Er ist nahezu unfassbar. Und doch so einleuchtend. Wer sich im Alten Testament auskennt, dem ist bewusst, dass Jahwe den Propheten, die in jener vergleichsweise einfachen Zeit gelebt haben, erschienen ist. Kann man dann zu Recht meinen, dass es in diesem sehr komplizierten Abschnitt der Weltgeschichte nicht notwendig sei, dass der Gott des Himmels und sein auferstandener Sohn erscheinen?

Dass sie kamen – beide – und Joseph Smith sie in ihrer strahlenden Herrlichkeit sah, dass sie zu ihm sprachen und er ihre Worte hörte und aufzeichnete – von dem allem geben wir Zeugnis.

Ich kannte einmal einen sogenannten Intellektuellen, der sagte, die Kirche werde durch ihre eigene Geschichte behindert. Ich antwortete, dass wir ohne diese Geschichte gar nichts haben. Die Wahrheit dieses einzigartigen, einmaligen und bemerkenswerten Ereignisses ist die entscheidende Grundlage unseres Glaubens.

Diese herrliche Vision war aber nur der Anfang einer Reihe von Kundgebungen, die die frühe Geschichte dieses Werkes ausmachen.

Als ob diese Vision nicht ausreichte, um das Wesen und die Wirklichkeit des Erlösers der Menschheit zu bestätigen, folgte darauf das Hervorkommen des Buches Mormon. Hier ist etwas, was man in Händen halten kann, was man „abwägen“ kann. Man kann es lesen. Man kann darüber beten, denn es enthält die Verheißung, dass der Heilige Geist seine Wahrheit bestätigt, wenn man im Gebet um dieses Zeugnis bittet.

Dieses bemerkenswerte Buch ist ein Zeugnis dafür, dass der Sohn Gottes wirklich lebt. Die Bibel verkündet: „Jede Sache muss durch die Aussage von zwei oder drei Zeugen entschieden werden.“ (Matthäus 18:16.) Die Bibel, das Testament der Alten Welt, ist ein Zeuge. Das Buch Mormon, das Testament der Neuen Welt, ist ein weiterer Zeuge.

Ich verstehe nicht, warum die Christenheit dieses Buch nicht annimmt. Man könnte doch annehmen, dass sie nach all dem sucht, was zweifelsfrei bestätigt, dass der Erretter der Welt lebt und dass er der Sohn Gottes ist.

Die Wiederherstellung des Priestertums folgte – zunächst das Aaronische, das Johannes der Täufer, der Jesus im Jordan getauft hatte, übertrug.

Dann kamen Petrus, Jakobus und Johannes, Apostel des Herrn, die in unserer Zeit das übertrugen, was sie vom Meister empfangen hatten, mit dem sie gewandelt waren, nämlich „die Schlüssel des Himmelreichs“ – die Vollmacht, im Himmel das zu binden, was sie auf Erden gebunden hatten (siehe Matthäus 16:19).

Später wurden von Mose, Elias und Elija weitere Priestertumsschlüssel übertragen.

Denken Sie darüber nach, meine Brüder und Schwestern. Bedenken Sie, was für ein Wunder das ist.

Dies ist die wiederhergestellte Kirche Jesu Christi. Wir sind Heilige der Letzten Tage. Wir bezeugen, dass sich die Himmel geöffnet haben, dass der Schleier sich geteilt hat, dass Gott gesprochen und Jesus Christus sich kundgetan hat, worauf die Übertragung göttlicher Vollmacht folgte.

Jesus Christus ist der Eckstein dieses Werkes, das „auf das Fundament der Apostel und Propheten gebaut“ ist (Epheser 2:20).

Diese wunderbare Wiederherstellung sollte uns zu einem toleranten Volk machen, zu guten Nachbarn, die ihre Mitmenschen achten und ihnen freundlich begegnen. Wir dürfen nicht prahlerisch sein. Wir dürfen nicht stolz sein. Wir können dankbar sein und müssen es auch. Wir können demütig sein und sollen es auch.

Wir lieben die Mitglieder anderer Kirchen. Wir setzen uns mit ihnen gemeinsam für gute Ziele ein. Wir achten sie. Aber wir dürfen niemals unsere Wurzeln vergessen. Diese Wurzeln reichen tief in den Boden der Anfänge dieser letzten Evangeliumszeit, der Evangeliumszeit der Fülle.

Wie inspirierend es war, überall auf der Welt Männern und Frauen ins Gesicht zu blicken, die im Herzen die ernsthafte Überzeugung tragen, dass diese Grundlage wahr ist!

Wenn es um die Frage göttlicher Vollmacht geht, ist dies der Kern des Ganzen.

Dank sei Gott, dass er im Zusammenhang mit der wiederhergestellten Kirche Jesu Christi auf so wunderbare Weise Zeugnis gegeben, Vollmacht übertragen und Lehre offenbart hat.

Das muss unsere bedeutsame und einmalige Botschaft an die Welt sein. Wir prahlen nicht damit. Wir geben demütig, aber ernsthaft und absolut aufrichtig Zeugnis. Wir laden alle, die ganze Welt, ein, sich diesen Bericht anzuhören und seine Wahrheit festzustellen. Möge Gott uns, die wir an seine göttlichen Kundgebungen glauben, segnen und uns helfen, das Wissen um diese großartigen und wunderbaren Ereignisse allen mitzuteilen, die zuhören wollen. Ihnen sagen wir im Geist der Liebe: Bringen Sie alles Gute und Wahre mit, das Sie aus welcher Quelle auch immer empfangen haben, und kommen Sie, um zu sehen, ob wir nicht etwas hinzufügen können. Diese Einladung richte ich an Männer und Frauen überall und bezeuge feierlich, dass dieses Werk wahr ist, denn ich weiß durch die Macht des Heiligen Geistes, dass es wahr ist. Im Namen Jesu Christi. Amen.