1990–1999
Im Licht des Herrn leben

Im Licht des Herrn leben

Und so lautet heute, liebe Schwestern, meine Botschaft an Sie, meine Bitte an Sie, mein Gebet, daß Sie sich erneut darum bemühen, Ihre Familie stark zu machen.

Meine lieben Schwestern, ich möchte Ihnen gleich zu Anfang sagen, wie dankbar wir für die Frauen der Kirche sind. Sie sind ein wesentlicher, ein äußerst wichtiger Teil der Kirche. Ohne Sie könnte die Kirche gar nicht funktionieren.

Durch Sie kommt Inspiration. Durch Sie kommt Ausgewogenheit. Sie sind ein riesiges Reservoir an Glauben und guten Werken. Ihr Engagement, Ihre Treue und Ihre Leistungen geben festen Halt. Ihr Anteil am Aufbau dieses Werkes auf der Erde ist unbestritten. Sie unterrichten in den Organisationen, und Sie machen Ihre Sache sehr gut. Es ist beispielhaft für uns alle, wie gut Sie stets vorbereitet sind. Jede von Ihnen gehört zu diesem großen Unterfangen, zur FHV, jener großen Familie aus Schwestern ­ mehr als vier Millionen. Dadurch, daß Sie so viele Mitglieder in aller Welt haben, können Sie unermeßlich viel Gutes tun.

Sie sind die Hüterin der Familie. Sie machen Ihrem Mann Mut. Sie erziehen Ihre Kinder im Glauben. Für einige von Ihnen ist das Leben schwer, ja, sogar bitter. Aber Sie klagen kaum und tun doch so viel. Wir stehen tief in Ihrer Schuld!

Präsident Joseph F. Smith hat über die FHV einmal folgendes gesagt:

„Diese Organisation stammt von Gott, sie wurde kraft göttlicher Vollmacht ins Leben gerufen und ist von Gott dazu bestimmt, der Errettung der Seele des Menschen zu dienen. Es gibt daher keine andere vergleichbare Institution, … die sich mit ihr messen oder jemals ihren Platz einnehmen könnte.…

Machen Sie [aus der FHV] das Beste, das Größte, das Höchste, machen Sie sie zur vorrangigen und umfassendsten Organisation im Weltgeschehen. Sie werden von einem Propheten dazu aufgerufen, das zustande zu bringen und hierin am edelsten, am besten und am großartigsten, am reinsten und am meisten dem Richtigen verpflichtet zu sein.“ (Teachings of Joseph F. Smith, 164f.)

Jedesmal, wenn eine unserer Töchter oder Enkelinnen geheiratet hat beziehungsweise heiratet, macht meine Frau der Braut ein besonderes Geschenk. Keinen Staubsauger, kein Service oder sonst etwas Nützliches. Es ist ihr Stammbaum mütterlicherseits, der sieben Generationen umfaßt und wunderschön gerahmt ist. Er besteht aus jeweils einem Foto der Ururgroßmutter meiner Frau mütterlicherseits, ihrer Urgroßmutter, ihrer Großmutter, ihrer Mutter, meiner Frau selbst, ihrer Tochter und der jungverheirateten Enkelin.

Jede Frau auf diesem Foto war beziehungsweise ist eine Mitarbeiterin der FHV. Dieser schöne Stammbaum erinnert die Mädchen der heutigen Generation immer wieder an ihren großen Auftrag, an ihre große Verantwortung, nämlich in die Fußstapfen ihrer Mutter oder Großmutter zu treten und auch ihrerseits in der FHV zu dienen und dieses große Werk voran zu bringen.

Wie Ihre Vorfahren leben Sie im Licht des Herrn. Seit Anbeginn ist es Ihre wichtigste Aufgabe, dafür zu sorgen, daß niemand hungern muß, daß jeder etwas anzuziehen hat, daß jeder ein Dach über dem Kopf hat. Es ist Ihre Aufgabe, die Schwestern zu besuchen, wo auch immer sie leben, sie aufzumuntern, wenn sie das brauchen, und ihnen zu bestätigen, daß Sie sie lieben, an ihnen interessiert sind und sich um ihr Wohlergehen sorgen. Es liegt an Ihnen, den dunklen Vorhang von denen wegzuziehen, die nicht lesen können, und ihnen Licht und Einblick zu vermitteln, indem Sie ihnen Lesen und Schreiben beibringen.

Sie können sich als Schwestern versammeln, die einander lieben, schätzen und achten, und Sie können durch Ihre liebenswerte Gesellschaft Segen in das Leben vieler Tausender bringen, die ohne Sie einsam und verzagt dahinleben würden.

Vor kurzem habe ich ein Buch aus dem Regal geholt. Ich habe wieder einmal die Lebensgeschichte von Mary Fielding Smith, der Frau von Hyrum Smith, Schwägerin von Joseph Smith und Mutter beziehungsweise Großmutter eines Präsidenten der Kirche, gelesen. Sie hatte sich der Kirche angeschlossen, stammte ursprünglich aus England, lebte dann in Kanada und kam mit Ende dreißig nach Nauvoo. Dort lernte sie Hyrum Smith kennen und heiratete ihn, als er nach dem Tod seiner ersten Frau mit sechs Kindern allein dastand.

Mary liebte ihn und bereicherte sein Leben. So schlug sie einen Lebensweg ein, der sie glücklich machte, ihr aber in der Folge unendliches Leid brachte, denn auf ihren Schultern ruhte schließlich die erschreckende und drückende Verantwortung, die sie von Nauvoo durch Iowa nach Winter Quarters führte und 1848 auf den langen Weg ins Salzseetal. Sie war schließlich von den vielen Strapazen so erschöpft, daß sie am 21. September 1852 mit 51 Jahren starb.

Ihr Leben steht für das Leben eines FHV-Mitglieds jener Zeit. Einiges von dem, was Mary durchgemacht hat, fand sogar noch vor der Gründung der FHV im Jahre 1842 statt.

Sie brachte ihren Sohn Joseph zur Welt, als ihr Mann gerade vom Pöbel weggeführt wurde, der damals Far West unsicher machte. Hyrum und der Prophet wurden nach Liberty im Bundesstaat Missouri verschleppt und dort ins Gefängnis geworfen. Unter dem Druck des Ausrottungsbefehls von Gouverneur Lilburn W. Boggs verließ Mary mit den Stiefkindern, die sich in ihrer Obhut befanden, und mit ihrem kleinen Sohn Missouri. Ihre Schwester Mercy legte Mary, die schwer krank war, auf ein Bett hinten im Wagen, wo sie ihren neugeborenen Sohn an sich drückte.

Im Februar 1839 war alles noch sehr winterlich. Sie zogen ostwärts und überquerten schließlich den Mississippi und erreichten Quincy in Illinois ­ und das alles auf einem ungefederten Wagen, auf dem jeder Stoß sie schmerzhaft durchrüttelte.

Als ihr Mann und der Prophet, die aus dem Gefängnis in Liberty geflohen waren, in Quincy ankamen, wurde das Leben besser. Die Mitglieder errichteten Nauvoo, ihre schöne Stadt am Mississippi. Aber der Friede war nur von kurzer Dauer. Ihr Sohn war noch keine sechs Jahre alt, als eines Nachts jemand ans Fenster klopfte und rief: “Schwester Smith, Ihr Mann ist tot!“

Joseph F. Smith vergaß nie, wie seine Mutter die ganze Nacht weinte.

Ihre Welt lag in Scherben. Sie war auf sich allein gestellt und mußte für viele Kinder sorgen. Im Sommer 1846 verließen sie ihr behagliches Zuhause und überquerten auf einem Floß den Mississippi. Mary machte sich ans Werk und konnte sich durch Feilschen, Borgen und Tauschen schließlich ein paar Ochsengespanne und Wagen beschaffen.

Von Winter Quarters aus zogen sie und ihr Bruder einmal den Missouri hinab, um Vorräte und Kleidung zu kaufen. Sie hatten zwei Wagen mit jeweils zwei Joch Ochsen. Nachdem sie die Nacht im Freien verbracht hatten, entdeckten sie am Morgen, daß ihre Ochsen verschwunden waren. Der kleine Joseph und sein Onkel suchten den ganzen Vormittag, fanden sie aber nicht. Bekümmert ging er zurück, um das seiner Mutter zu sagen. Ihre Lage war verzweifelt. Als er näher kam, sah er sie auf den Knien. Sie betete flehentlich und legte dem Herrn ihre Lage dar. Als sie aufstand, lächelte sie. Sie sagte ihrem Sohn und ihrem Bruder, daß sie frühstücken sollten, und sie wolle sich inzwischen umsehen. Sie folgte einem kleinen Wasserlauf und ungeachtete der Worte eines Mannes, der auch dort war, ging sie direkt am Wasser entlang weiter.

Bald darauf hielt sie inne und winkte ihrem Sohn und ihrem Bruder. Sie deutete auf die Ochsen, die dort in der Schlucht an ein paar Weiden angebunden waren. Dem Dieb, der versucht hatte, sie in die Irre zu führen, entging seine Beute, und die drei waren gerettet.

Ihr Glaube prägte sich dem jungen Herzen ihres Sohnes ein. Er vergaß das nie. Er zweifelte nie daran, daß seine Mutter dem Herrn nahe war.

Sie kennen wohl alle die Geschichte, als sich auf dem Weg zum Salzseetal einer ihrer Ochsen vor Erschöpfung und Mattigkeit zum Sterben niederlegte. Verzweifelt und doch voll einfachem Glauben beschaffte sie sich geweihtes Öl und bat ihren Bruder und einen anderen Weggefährten, dem Ochsen einen Krankensegen zu geben. Das taten sie auch. Danach stand der Ochse auf, war wieder bei Kräften und zog den restlichen Weg ihren Wagen.

So einfach, so schön und so rein war der Glaube dieser Frau. Sie wandelte im Licht des Herrn, sie lebte in diesem Licht. Es führte sie bei dem, was sie tat. Es wurde der Leitstern in ihrem Leben. Sie ist ein Beispiel für den großen Glauben, den die Frauen dieser Kirche haben ­ die Frauen der FHV, die heute an tausend Fronten engagiert das Werk dieser beachtlichen Organisation weiterführen.

Sie, Schwestern, stehen heute vor einer zusätzlichen Herausforderung. Noch nie zuvor, zumindest nicht zu unserer Zeit, wurden die Kräfte des Bösen so offenkundig, so unverfroren und so rücksichtslos eingesetzt wie heute. Das, worüber man früher nicht einmal zu sprechen wagte, wird uns nun ständig ins Wohnzimmer geliefert. Jegliches Feingefühl wird beiseite geschoben, und Reporter und Experten sprechen mit verabscheuungswürdiger Offenheit über Themen, die nur Neugier wecken und zum Bösen führen.

Einige, die wir als Führer angesehen haben, haben unser Vertrauen mißbraucht. Wir sind bitter enttäuscht. Aber was sie tun, ist nur die Spitze des Eisbergs. In weiterer Folge liegen unter dieser Spitze Schichten voll Schmutz und Schund, voll Unehrlichkeit und Zügellosigkeit.

Das hat einen Grund. Und ich meine, daß dieser Grund leicht zu benennen ist. Ich denke, daß fast alle unsere Probleme in der Familie entstehen. Wenn sich da also etwas ändern, etwas verbessern soll, wenn man zu den althergebrachten und geheiligten Werten zurückkehren will, dann muß damit in der Familie begonnen werden. Dort lernt ein Kind die Wahrheit, dort wird es zur Redlichkeit erzogen, dort wird Wert auf Selbstdisziplin gelegt, und dort wird Liebe gepflegt.

Die Familie ist von allen Seiten bedroht. Viele Familien zerfallen. Wo ist der Vater, der voll Liebe seiner Familie vorsteht? Jede Frau, die mit einem guten Mann verheiratet ist, ist wahrlich in einer glücklichen Lage, denn sie wird geliebt und liebt ihren Mann, ihn, der seine Kinder liebt, für sie sorgt, sie unterweist, sie anleitet, sie erzieht und sie auf dem stürmischen Weg vom Neugeboren zum Erwachsenen behütet.

In der Familie lernt man die Wertvorstellungen, nach denen man sein Leben ausrichtet. Eine Familie kann noch so einfach sein, sie kann im Armenviertel wohnen, aber mit einem guten Vater und einer guten Mutter kann man in dieser Familie eine wunderbare Erziehung genießen. Meine Frau erzählt gern von Sam Levenson. Er hat davon berichtet, wie er in einer überfüllten Mietskaserne in New York aufwuchs, wo die Lebensbedingungen alles andere als ideal waren. Dort in den Slums zog seine Mutter acht frühreife Kinder auf. Er schreibt: „Die sittlichen Werte mußten bei uns zu Hause höher sein als auf der Straße.“ Wenn sie sich zu Hause wie auf der Straße benahmen, sagte die Mutter zu ihnen: “Ihr seid hier nicht auf der Straße, ihr seid zu Hause. Das hier ist keine Spelunke und keine Spielhölle. Hier benehmen wir uns wie zivilisierte Menschen.“

Wenn es jemand gibt, der diese mißliche Lage, in die wir hineinschlittern, ändern kann, dann sind Sie es. Erheben Sie sich als Frauen von Zion und stellen Sie sich der großen Herausforderung, vor der Sie stellen.

Stehen Sie über all dem Schmutz und Schund und der Versuchung, die uns allenthalben entgegentreten.

An Sie, die Sie alleinstehend sind, und auch an einige, die verheiratet und berufstätig sind, möchte ich ein warnendes Wort richten. Sie arbeiten mit Männern zusammen. Da gibt es immer wieder einmal eine Einladung zum Essen ­ nach außen hin, um die Arbeit zu besprechen. Sie reisen miteinander, sie übernachten im selben Hotel. Sie arbeiten zusammen.

Vielleicht können Sie das nicht alles vermeiden, aber Sie können kompromittierenden Situationen aus dem Weg gehen. Verrichten Sie Ihre Arbeit, aber halten Sie Distanz. Tun Sie nichts, was die Ehe einer anderen Frau zerstören könnte. Sie gehören der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage an. Sie wissen, was Sie tun sollen. Halten Sie sich von dem, was Sie in Versuchung führen könnte, fern. Meiden Sie das Böse ­ in jeder Gestalt.

Sie, die Sie Ehefrau und Mutter sind, geben Sie Ihrer Familie Halt. Sie bringen die Kinder zur Welt. Welch eine gewaltige, welch eine heilige Aufgabe das doch ist! Ich habe gehört, daß allein von 1972 bis 1990 in den Vereinigten Staaten 27 Millionen Abtreibungen vorgenommen wurden. Was ist mit unserer Achtung vor dem menschlichen Leben geschehen? Abtreibung ist ein Übel, häßlich, real und verabscheuenswert, das sich auf der Erde verbreitet. Ich bitte Sie als Frauen der Kirche: Halten Sie sich davon fern, stehen Sie über den Dingen, vermeiden Sie kompromittierende Situationen, die eine Abtreibung wünschenswert erscheinen lassen. Es mag einige wenige Umstände geben, unter denen eine Abtreibung sein darf, aber die sind sehr selten und in den meisten Fällen ganz unwahrscheinlich. Sie sind die Mütter der Söhne und Töchter Gottes, deren Leben heilig ist. Sie zu behüten ist ein Auftrag Gottes, der nicht leichtfertig beiseite geschoben werden darf.

Pflegen Sie Ihre Ehe. Hüten Sie sie, und bemühen Sie sich darum, daß sie solide und schön bleibt. Die Scheidung gehört heute schon zum Alltag, sie greift sehr um sich, und Studien zufolge werden in einigen wenigen Jahren die Hälfte derer, die heute verheiratet sind, geschieden sein. Leider geschieht das sogar bei manchen, die sich im Haus des Herrn haben siegeln lassen. Die Ehe ist ein Bund, ein Vertrag zwischen Mann und Frau gemäß dem Plan des allmächtigen Gottes. Sie kann zerbrechlich sein. Man muß sie pflegen und viel Anstrengung investieren. Leider muß ich sagen, daß es Männer gibt, die ihre Frau mißhandeln, die rücksichtslos, gedankenlos, vielleicht sogar böse sind. Es gibt welche, die befassen sich mit Pornographie und bringen sich selbst in Situationen, in denen sie sich zugrunde richten, ihre Familie zerstören und die heiligste aller Beziehungen kaputt machen.

Ich bedaure den Mann, der einmal in die Augen einer schönen jungen Frau geblickt und ihre Hand über dem Altar im Haus des Herrn ergriffen hat, wo sie einander heilige und ewige Gelübde geleistet haben, deres aber dann aus mangelnder Selbstdisziplin nicht schafft, seinem besseren Wesen entsprechend zu leben, sondern ins Gemeine und Böse absinkt und die Beziehung zerstört, die der Herr für ihn bereitet hat.

Schwestern, achten Sie auf Ihre Kinder. Sie leben in einer Welt, in der es viel Böses gibt, das überall um sie herum ist. Ich bin stolz auf so viele Ihrer Söhne und Töchter, die ein gutes Leben führen. Aber ich mache mir große Sorgen um die vielen anderen, die ihr Leben immer mehr nach den Wegen der Welt ausrichten. Es gibt nichts, was für Sie als Mutter kostbarer ist als Ihr Kind. Ihre Kinder sind das wertvollste Gut, das Sie in Zeit und Ewigkeit haben werden. Sie können sich wahrhaft glücklich schätzen, wenn Sie dann im Alter auf diejenigen blicken können, die Sie zur Welt gebracht haben, und sehen, daß sie ein rechtschaffenes Leben führen und sich tugendhaft und redlich verhalten.

Ich meine, die Erziehung und Pflege der Kinder ist mehr als nur eine Teilzeitbeschäftigung. Ich sehe ein, daß einige Frauen arbeiten gehen müssen, aber ich fürchte, daß viel zu viele nur deshalb berufstätig sind, weil sie sich dann etwas mehr Luxus und ein paar teure Spielsachen mehr leisten können.

Wer berufstätig sein muß, trägt eine zusätzliche Last. Sie können es sich nicht leisten, Ihre Kinder zu vernachlässigen. Die Kinder müssen beim Lernen, bei der Arbeit zu Hause und außerhalb des Hauses beaufsichtigt werden, sie brauchen Zuwendung, die nur Sie ihnen geben können ­ sie brauchen die Liebe, den Segen, die Ermutigung und die Nähe ihrer Mutter.

Überall auf der Welt zerfallen die Familien. Die Beziehungen innerhalb der Familie leiden, wenn die Frau versucht, zwei Vollzeitjobs gleichzeitig zu bewältigen.

Ich spreche immer wieder mit Führungskräften, die das, was so alles geschieht, bedauerlich finden ­ Jugendbanden auf den Straßen unserer Städte, Kinder, die Kinder umbringen, Kinder, die ihre Zeit mit etwas verbringen, was sie höchstens ins Gefängnis oder in den Tod treibt. Und dann gibt es noch die überwältigende Zahl der Kinder, deren Mutter keinen Mann hat. Ein solches Kind hat schon vom Tag seiner Geburt an kaum eine Chance. Jede Familie braucht einen guten Vater.

Wir können gar nicht so schnell Gefängnisse bauen, wie wir sie hier im Land brauchen.

Ich sage unumwunden, daß Sie als Mutter mehr zur Verbesserung dieser Situation beitragen können als sonst jemand. Alle diese Probleme entstehen in der Familie. Der Zerfall der Familie führt schließlich zum Zerfall der Gesellschaft.

Und so lautet heute, liebe Schwestern, meine Botschaft an Sie, meine Bitte an Sie, mein Gebet, daß Sie sich erneut darum bemühen, Ihre Familie stark zu machen.

Vor drei Jahren verlas ich auf dieser Versammlung zum ersten Mal öffentlich die Proklamation zur Familie, verfaßt von der Ersten Präsidentschaft und dem Rat der Zwölf Apostel. Ich hoffe, Sie alle besitzen ein Exemplar dieser Proklamation, lesen es gelegentlich und denken gebeterfüllt darüber nach. Darin wird der Gedanke der Ehe und der Familie dargelegt, der Ehe zwischen Mann und Frau in einem heiligen Bund gemäß dem ewigen Plan des Allmächtigen.

Ich möchte zum Schluß noch einmal sagen, wie dankbar ich bin, wie sehr ich die Frauen der Kirche schätze, ebenso die wunderbaren Söhne und Töchter, die Sie erziehen, die Sie unterweisen und denen Sie helfen, ihren Platz im Leben einzunehmen. Aber diese Aufgabe ist nie abgeschlossen, sie wird nie ganz beendet sein. Möge das Licht des Herrn über Ihnen leuchten. Möge der Herr Sie bei Ihrer großen, bei Ihrer heiligen Aufgabe segnen.

Ich gebe Ihnen meinen Segen. Ich gebe Ihnen mein Zeugnis und meine Liebe. Im Namen Jesu Christi, amen.