1990–1999
Von Anfang an
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Von Anfang an

So stieß das Evangelium mit seinen klaren und kostbaren Wahrheiten bei vielen auf Ablehnung (siehe l Nephi 13:40). Es war zu einfach. Sie schauten lieber „über das Ziel hinaus" und tracheten nach etwas, „was sie nicht verstehen" können (Jakob 4:14).

Wenngleich die Lehre von den bedeutenden Apostasien, die in der Geschichte stattgefunden haben, seit langem zu den Gegebenheiten des wiederhergestellten Evangeliums gehört, ist ihr nicht immer viel Aufmerksamkeit geschenkt worden. Mein Ziel ist nachhaltige Belehrung, und nicht oberflächliche Überredung. Wir verstehen voll und ganz, daß einige unserer Ansichten von anderen nicht geteilt werden und umgekehrt, doch begegnen wir einander mit Wohlwollen.

Wie Sie freue auch ich mich über die guten Werke und den Ausdruck von Glauben vieler Menschen anderer Religionsgemeinschaften. So waren die kürzlichen Äußerungen des Papstes zur Keuschheit angebracht und mutig, und ich stimme ihnen zu. So viele ehrenhafte Menschen auf der ganzen Welt tun ohne das, was wir als Mitglieder die Fülle des Evangeliums nennen, so viel, während einige von uns leider mit so viel so wenig tun!

Wir glauben, daß Adam und Eva die ersten Menschen auf der Erde und die ersten Christen waren. „Und so fing das Evangelium an, gepredigt zu werden, vom Anfang an, und es wurde von heiligen Engeln verkündet, die

aus der Gegenwart Gottes ausgesandt wurden, und auch von seiner eigenen Stimme und durch die Gabe des Heiligen Geistes.

Und so bekam Adam alles durch heilige Verordnung bestätigt. …" (Mose 5:58,59.) Brüder und Schwestern, somit wurde schon früh ein bestimmtes Muster göttlicher Weisung geschaffen, wie es auch bei der späteren Wiederherstellung geschah. „Darum sandte er (Gott) Engel aus, um mit den Menschen zu verkehren, und sie ließen die Menschen von seiner Herrlichkeit schauen. Und von jener Zeit an fingen sie an, seinen Namen anzurufen; darum verkehrte Gott mit den Menschen und tat ihnen den Plan der Erlösung kund, … (Alma 12:29,30; siehe auch Mose 5:58,59). Diese ursprüngliche Fülle ging jedoch bald verloren. Die sich daraus ergebende Zerstückelung, Verwässerung und Verzerrung führte zu einer Vielzahl christlicher und nichtchristlicher Weltreligionen.

Präsident Joseph F. Smith stellte fest, daß inmitten dieser Verwässerung Gesetze und Zeremonien „von der Nachkommenschaft Adams in alle Länder gebracht wurden und bis zur Sintflut bei ihnen mehr oder weniger rein erhalten blieben, bis hin zu Noach und seinen Nachkommen; und sie verbreiteten sich in allen Nationen und Länder. … Was Wunder, daß wir dann, sozusagen Relikte des Christentums bei … Völkern finden, die von Christus nichts wissen; und diese Relikte gehen auf die Zeit vor der Sintflut zurück, unabhängig von den Aufzeichnungen der Bibel". (Journal of Discourses, 15:325; siehe auch Alma 29:8.)

Auf die Fülle folgte dann periodisch der Hunger „nach einem Wort des Herrn" (Amos 8:11). Die Fehltritte des alten Israel wurden von Jahwe erwähnt, zum Beispiel auch, das es die Verordnungen geändert, die Bündnisse gebrochen und sich aufgelehnt hatte. (Siehe Jesaja 24:5; Ezechiel 2:3.)

Zu einem bedeutenden Abfall kam es nach dem Tod der Apostel, die den Samen gesät hatten. (LuB 86:2,3; siehe auch Judas 1:17; Mosia 26:1.)

Die Briefe im Neuen Testament zeigen ganz klar, daß es bald zu einem ernstzunehmenden und weitverbreiteten Abfall - und nicht nur sporadischer Meinungsverschiedenheit - kam. Jakobus beklagte die „Kriege und Streitigkeiten" in der Kirche. (Jakobus 4:1.) Paulus bedauerte die „Spaltungen" in der Kirche und daß „reißende Wölfe" die Herde nicht schonen würden, (l Korinther 11:18; Apostelgeschichte 20:29-31.) Er wußte, daß die Menschen von der Wahrheit abfallen würden, und schrieb an die Tessalonicher, daß das Zweite Kommen Jesu sich nicht ereignen würde, ehe nicht der Abfall von Gott stattgefunden habe und darüber hinaus „die geheime Macht der Gesetzwidrigkeit … schon am Werk" sei. (2 Thessalonicher 2:3,7.)

Gegen Ende räumte Paulus ein, wie umfassend der Abfall war: Alle in der Provinz Asien hatten sich von ihm abgewandt. (Siehe 2 Timotheus 1:15.) Paulus wurde auf verleumderische Weise beschuldigt, er habe gelehrt: „Laßt uns Böses tun, damit Gutes entsteht." (Römer 3:8.) Diese ihm in den Mund gelegten Worte mögen den Unsinn der Nikolaiten widergespiegelt haben, die zu verstehen gaben, daß der Vater ja einen Weg bereite, uns von unseren Sünden zu erretten, wir doch sündigen sollten, um es ihm zu ermöglichen, diese große Tat zu vollbringen. Kein Wunder also, daß der Herr im Buch Offenbarung die verderbliche Lehre und das Treiben der Nikolaiten verurteilte. (Siehe Offenbarung 2:6,15.)

Weitverbreitete Unzucht und Götzendienst beunruhigte die Apostel zutiefst. (Siehe l Korinther 5:9; Epheser 5:3; Judas 1:7.) Johannes und Paulus, beide, beklagten das Auftreten falscher Apostel. (Siehe 2 Korinther 11:13; Offenbarung 2:2.) Die Kirche befand sich ganz eindeutig im Belagerungszustand. Einige fielen ab und wandten sich dann offen gegen sie. Einmal stand er ganz alleine da und klagte: „Alle haben mich im Stich gelassen." Er verurteilte auch diejenigen, die ganze Familien zerstören. (2 Timotheus 4:16; Titus 1:10,11.)

Einige örtliche Führer lehnten sich auf, wie Diotrephes, welcher der Erste sein wollte und die Brüder nicht anerkannte. (Siehe 3 Johannes 1:9-11.)

Kein Wunder, daß Präsident Brigham Young feststellte: „Man sagt, das Priestertum sei von der Erde genommen worden, dem ist aber nicht so: die Kirche entfernte sich vom Priestertum." (Journal ofDiscourses, 12:69.)

Die Sorge, die Petrus, Johannes, Paulus und Jakobus bezüglich des Abfalls äußerten, waren kein Ausdruck von Paranoia, sondern prophetische Warnung vor dem Abfall.

Da war auch noch eine weitere Macht am Werk: Die kulturelle Hellenisierung des Judentums. Will Durant gibt folgenden Grund: „Weil die griechische Sprache, die Jahrhunderte lang die Philosophie beherrschte, der Träger christlicher Literatur und christlichen Rituals wurden." (Will Durant, The Story of Civilization, Teil 3, Caesar and Christ, Seite 595.) Die abwegigen intellektuellen Spurrinnen, wie zum Beispiel die Definition der Gottheit, waren schon vorhanden, und es war leicht, da hineinzugeraten. (Siehe Robert M. Grant, Gods and the One God, Philadelphia: Westminster Press, Seite 75-81 und 152-158.)

Ein weiterer Gelehrter schloß daraus, es war den Griechen unmöglich … mit einer Bildung, die ihr ganzes Wesen durchdrang, das Christentum in seiner ursprünglichen Einfachheit zu empfangen und zu behalten. (Edwin Hatch, The Influence of Greek Ideas on Christianity, Gloucester, Mass: Peter Smith, Nachdruck 1970, Seite 49.)

Die Erfahrung, die der Apostel Paulus in Athen gemacht hat, zeigt den geistigen Zustand der griechischen Philosophie. (Siehe Apostelgeschichte 17.) Seine intellektuell interessierten Zuhörer befragten ihn über die neue Lehre, denn „du bringst uns recht befremdliche Dinge zu Gehör". (Apostelgeschichte 17:19,20.) Als Paulus vom lebendigen Gott und von der Auferstehung sprach, wurde er verspottet, weil er anscheindend „fremde Gottheiten" verkündete. (Apostelgeschichte 17:19,20,29,32.)

Manche Griechen definierten die Materie als etwas im wesentlichen Schlechtes, eine Auffassung, die sowohl griechisches als auch östliches Denken widerspiegelt. (E.R. Dodds, Pagan and Christian in an Age of Anxiety, Seite 14.) Wenn der Körper also ein finsteres Gefängnis darstellt, aus dem wir versuchen sollten auszubrechen, warum sollten wir dann auferstehen wollen? Diese Auffassung steht eindeutig im Widerspruch zur neuzeitlichen Offenbarung, laut der es nur eine „Fülle der Freude" geben kann, wenn der auferstandene Körper und der Geist untrennbar miteinander verbunden sind. (Siehe LuB 88:15,16; 93:33; 138:17.) Außerdem verwendete Gott Materie, um die Erde zu erschaffen und sie zum Wohnen zu machen, und er sah „alles an, was er gemacht hatte: Es war sehr gut" - nicht schlecht. (Jesaja 45:18; Genesis 1:31.)

Ferner stellten einige die Verehrung eines leidenden Gottes in Zweifel. Ein Gelehrter unserer Zeit stellte fest, „das menschliche Leiden Jesu … wurde im Angesicht heidnischer Kritik als etwas Peinliches gesehen". (Dodds, Seite 119.) Viele Griechen betrachteten Christus und das, was er repräsentierte, als „Torheit", (l Korinther 1:23.)

So stieß das Evangelium mit seinen klaren und kostbaren Wahrheiten bei vielen auf Ablehnung, (l Nephi 13:40.) Es war zu einfach. Sie schauten lieber „über das Ziel hinaus" und tracheten nach etwas, „was sie nicht verstehen" können. (Jakob 4:14.)

Der Apostel Johannes verurteilte die Antichristen, die lehrten, Jesus sei nicht „im Fleisch" gekommen, (l Johannes 4:3.) Was bedeuten sollte, daß das körperliche Erscheinen Jesu eine Illusion, eine fromme Lüge war, die den Schwächen der Menschen entgegenkommen sollte. (Johannes 1:1-3,14.)

Eine weitere hellenistische Art, über das Ziel hinauszuschauen, bestand darin, eindeutige, geschichtliche Ereignisse als allegorisch auszulegen. Wie damals wird die Geschichtlichkeit Jesu auch heute noch in Abrede gestellt.

Die Vernunft, die philosophische Tradition der Griechen, dominierte und verdrängte dann die Schrift und die Offenbarung, was in der Folge durch wohlmeinende Christen noch beschleunigt wurde, die ihren Glauben die Hauptströmung einer zeitgenössischen Kultur anpassen wollten.

Der Historiker Will Durant schreibt: „Das Christentum hat das Heidentum nicht vernichtet; es hat es angenommen. Das vergehende griechische Gedankengut kam anderswo zu neuem Leben. …" (Caesar and Christ, Seite 595.)

Darüber hinaus ermatteten zu viele Mitglieder und verloren den Mut, wie Paulus es ausdrückte. (Hebräer 12:3.)

Etwa zur Mitte des zweiten Jahrhunderts hatten sich die Dinge dramatisch verändert. Ein Gelehrter hat geschildert, wie das theologische Mobiliar auf bedeutende Weise umgestellt wurde, das ein hellenisiertes Christentum widerspiegelte. (Siehe Stephen Robinson, Ensign, Januar 1988, Seite 39.)

Petrus, der Augenzeuge des Geschehens war, sprach voller Hoffnung von einem fernen Tag, den lang erwarteten „Zeiten der Wiederherstellung von allem, die Gott von jeher durch den Mund seiner heiligen Propheten verkündet hat". (Apostelgeschichte 3:21.)

Auch Paulus schrieb von der Zeit, in der „die Heiden in voller Zahl das Heil" erlangen, was in der „Fülle der Zeiten" geschehen sollte. (Römer 11:25; Epheser 1:10.) Die Fülle der Zeiten sollte „in Christus alles … vereinen, alles, was im Himmel und auf Erden ist". (Epheser 1:10.) Alles sollte wiederhergestellt werden, einschließlich der Fülle, die Adam im Anfang hatte. (Siehe LuB 128:21; Abraham 1:3.) Es sollte keinen allgemeinen Abfall mehr geben, sondern nur noch individuelle Abkehr. (Siehe Daniel 2:44; LuB 65:2.)

Zu dem, was im neunzehnten Jahrhundert an Herrlichem wiederhergestellt wurde, gehörte die Berufung des Propheten Joseph Smith, der Gottes eigene Stimme hörte, und der Offenbarung und den Dienst von Engeln sowie das Apostelamt und die Schlüssel des Priestertums empfing. Er empfing auch weitere Schrift, die einen fortdauernden Kanon einleiteten und die wiederhergestellte Fülle in bezug auf das Wesen Gott Vaters, auf Christus den Sohn sowie das Sühnopfer enthält. Schließlich hat der Erretter selbst erklärt: „Das ist das ewige Leben: dich, den einzigen wahren Gott, zu erkennen und Jesus Christus, den du gesandt hast." (Johannes 17:3.)

Angewiesen durch Offenbarung hat Joseph Smith gesagt: „Wenn der Mensch das Wesen Gottes nicht begreift, dann begreift er auch sich selbst nicht." (Lehren des Propheten Joseph Smith, Seite 351.) Wenn wir, Brüder und Schwestern, also Gottes Absichten nicht begreifen, dann werden wir den Zweck des Lebens nicht begreifen! In Gottes Errettungsplan gibt es nichts, was nicht seinen Kindern auf der Welt zugute kommt; der Mensch steht im Mittelpunkt seiner Absichten. (Mosia 8:18; LuB 46:26; siehe auch Mose 1:39.) Wiederhergestellt wurden auch die Lehren, die Verordnungen und Bündnisse im Zusammenhang mit dem heiligen Tempel. Die Offenbarung setzte sich an die Stelle des langen, grenzenlosen Vertrauens in die Vernunft. Hinsichtlich der Vernunft lautet die Einladung des Herrn der Wiederherstellung: „Darum horcht auf, und ich will mit euch gründlich reden." (LuB 45:15.) Das Aufhorchen fördert und fordert den Verstand und gewährt einem Zutritt zu den weiten, sonnigen Höhen der offenbarten Einsicht. „Kommt her, wir wollen sehen, wer von uns recht hat" ist eine Einladung zu göttlicher Belehrung, aber nur die Sanftmütigen sind verständig genug, sie anzunehmen. (Jesaja 1:18; siehe auch 2 Nephi 32:7.)

Noch mehr von der Fülle ist zu erwarten; alles wird „… offenbart von der Grundlegung der Welt an bis zu ihrem Ende". (2 Nephi 27:10,11; siehe auch LuB 121:28-32.) Die „frohe Nachricht" von der Wiederherstellung kam, auf daß „der Glaube auf Erden zunehme" (LuB 1:21), ein erfrischendes Heilmittel für das, was Matthew Arnold so beschreibt:

Das Meer des Glaubens

war einst voll und bedeckte das Erdenrund

wie ein leuchtender Gürtel;

jetzt aber höre ich nur

seine Melancholie, den langen Ruf seines

Rückzugs,

wie der Nachtwind auf die öden Klippen und die nackten Steinstrände der Welt weht. („Dover Beach")

Während wir uns zu recht über die Wiederherstellung freuen, sollten wir aus den Lehren der Vergangenheit lernen, indem wir Gottes Offenbarungsmuster respektieren, einschließlich der Gabe des Heiligen Geistes, durch den die nötige Festlegung und persönliche Bestätigung zuteil werden kann.

Halten wir auch die in Ehren, die heute den Samen säen, die Apostel. Hüten wir uns davor, offenbarte Wahrheiten dem konventionellen Wissen anzupassen. Nähren wir uns, unsere Familie und die uns anvertrauten Mitglieder geistig, so daß wir nicht ermatten und den Mut nicht verlieren. (Siehe Hebräer 12:3.)

Es wird automatisch ausgesiebt, wie Präsident George Q. Cannon 1875 bemerkte: „Ich bin Gott dankbar dafür, daß er zuläßt, daß diejenigen, die die Gebote nicht halten, sich abwenden, so daß seine Kirche gereinigt werde kann, und in dieser Hinsicht unterscheidet sich die Kirche von allen anderen auf Erden. … Das Aussieben oder Jäten hält schon seit den Anfangstagen dieser Kirche an." (Journal ofDiscourses, 18:84.)

In den kommenden Tagen wird alles in Aufruhr sein (LuB 88:91). Vielleicht haben wir ein verständliches Heimweh nach den vergangenen Tagen der Unklarheit. (LuB 1:30.) Inmitten des Trommelwirbels der Entwicklungen bringen uns die komplexen und sich einander annähernden Umstände der Welt sowohl Prüfungen als auch Möglichkeiten. Die glaubenstreuen Mitglieder der Kirche werden die wachsende Erregung in allem verspüren, während sie auf dem Rücken atemberaubender Ereignisse vorwärtsgetragen werden. (LuB 49:23.)

Er, dessen Namen diese Kirche trägt, hat verheißen, daß er in unserer Mitte sein wird. (Siehe LuB 6:32.) Er wird uns weiter führen. (Siehe LuB 78:18.) Er wird vor uns hergehen. (Siehe LuB 44:27; 84:88.) Er wird sogar unsere Schlachten schlagen. (Siehe LuB 98:37.) Er gibt uns den Rat: „Fürchtet euch nicht vor euren Feinden, denn ich habe in meinem Herzen beschlossen, … euch in allem zu erproben, ob ihr in meinem Bund beharren wollt, ja, bis zum Tod, damit ihr als würdig befunden werden könnt." (LuB 98:14.) Üben wir uns also in Geduld und Glauben, wie Lehi, der Menschen sah, die mit dem Finger der Verachtung auf die zeigten, die nach der eisernen Stange griffen, der Stange, nach der ironischerweise einige derer, die mit dem Finger zeigten, selbst vorher gegriffen hatten. (Siehe l Nephi 8:27,33.) Aber, sagte Lehi, „wir beachteten sie nicht". So sollte es mit uns sein. Brüder und Schwestern, wenn wir in die Richtung gehen, brauchen wir keine Angst zu haben, daß man auf uns zeigt.

Als Heilige der Letzten Tage - und weit von einer Hungersnot in bezug auf die Lehre entfernt - verstehen wir noch nicht ganz die umfassende Fülle der Wiederherstellung. Mit unserer beschränkten Einsicht neigen wir dazu, uns auf unseren kleinen Bereich zu konzentrieren und halten unsere kleinen Steine des Evangeliums in der Hand, ohne das atemberaubende Mosaik der Wiederherstellung zu sehen! Die offenbarten Wahrheiten berichten zum Beispiel von der unfaßbaren Weite von Gottes Werk mit den „Welten ohne Zahl"! (Mose 1:33; siehe auch LuB 76:24.) Dennoch gibt es eine unglaubliche Individualisierung wie in den heiligen Handlungen und Verheißungen des heiligen Tempels.

Wir können unsere Dankbarkeit für diese herrliche Fülle am besten zum Ausdruck bringen, wenn wir eine umfassendere Liebe für alle Menschen entwickeln. Und warum eigentlich nicht, denn die Wiederherstellung lehrt uns, wer unser Nächster wirklich ist. Unsere Dankbarkeit soll sich auch durch leisen Fortschritt in unserem Leben zeigen, indem wir, Eigenschaft um Eigenschaft, mehr wie Jesus werden. (Siehe 3 Nephi 27:27.) Wenn wir so leben, werden wir Jesus nicht nur einfach schätzen oder bescheiden bewundern, sondern wir werden Jesus verehren, indem wir ihn nachahmen. Das bezeuge ich im heiligen Namen Jesu Christi. Amen.