Promises and Patriarchal Blessings
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Verheißungen und mein Patriarchalischer Segen

KC Bramer
05/18/21 | 4 min Lesedauer
Der Herr hatte es verheißen, und seine Verheißungen erfüllen sich immer.

Denn ich, ich kenne die Gedanken, die ich für euch denke – Spruch des Herrn –, Gedanken des Heils und nicht des Unheils; denn ich will euch eine Zukunft und eine Hoffnung geben.
Jeremia 29:11

„Hast du schon einmal darüber nachgedacht, dir deinen Patriarchalischen Segen geben zu lassen?“, fragte meine Freundin Sarah. Wir waren beide gerade im Tempel und bereiteten uns auf meine Siegelung an meinen Mann vor. Ich war sehr aufgeregt. Ich hatte mich gut ein Jahr zuvor, 2013, der Kirche angeschlossen und hatte seit meiner Taufe auf diesen Tag gewartet.

Ich antwortete Sarah, dass ich ein wenig darüber nachgedacht hätte, obwohl ich eigentlich oft daran gedacht hatte. Ich wusste, dass es etwas war, was ich tun sollte, aber ich war mir nicht sicher, ob ich diesen Segen brauchte. Ich war über vierzig Jahre alt. Die meisten wichtigen Entscheidungen waren bereits getroffen. Welchen denkbaren Nutzen könnte denn der Patriarchalische Segen für jemanden in meinem Alter haben?

Ich hatte auch ein wenig Angst davor, was in meinem Patriarchalischen Segen gesagt werden könnte. Ein Jahr zuvor hatte ich eine Generalkonferenz-Ansprache von Elder Carlos A. Godoy gehört, sie hieß „Der Herr hat einen Plan für uns!“. Darin schilderte der Sprecher, was er unternahm, damit sich die Verheißungen aus seinem Patriarchalischen Segen gänzlich erfüllen könnten: Er beschloss, seine Arbeitsstelle aufzugeben, sein gesamtes Hab und Gut zu verkaufen und samt seiner Familie in die Vereinigten Staaten zu ziehen, damit er sich beruflich weiterbilden könnte.

Ich mochte meine Arbeit und meine Kunden sehr. Meinen Abschluss und meine Lizenz zu erlangen war nicht leicht gewesen. Es hatte viel Arbeit erfordert. Ich hatte Angst, in dem Segen würde ich aufgefordert werden, ich solle meine Arbeitsstelle aufgeben und beruflich eine völlig andere Richtung einschlagen.

Doch Sarah ist eine gute und kluge Freundin, also dachte ich über ihre Worte gründlich nach und sprach mit meinem Mann darüber. Schließlich beschloss ich, um meinen Patriarchalischen Segen zu bitten.

Am verabredeten Tag fuhren mein Mann und ich zum Haus des Patriarchen. Wir zogen uns in seinem vorderen Eingangsbereich den Mantel und die schneebedeckten Stiefel aus. Er führte uns in ein nett eingerichtetes Zimmer, wo wir uns ein wenig unterhielten. Dann gab er mir den Segen.

Ich wusste ja bereits, dass der Patriarchalische Segen vom Vater im Himmel stammt, aber durch einiges, was in dem Segen gesagt wurde, wurde mir dies noch viel klarer. Der Patriarch hätte sonst niemals wissen können, wie vollkommen auf mich zugeschnitten einige Einzelheiten in dem Segen waren. Der Heilige Geist war in jenem Raum sehr stark zu spüren, und hinterher fühlte ich mich getröstet und geliebt.

Im Jahr 2018 erlitt ich eine schwere Blutung, infolge derer ich ins Krankenhaus musste, um drei Bluttransfusionen zu erhalten. Man führte bei mir ein MRT durch. Darin sah man, dass die Ursache für die Blutung durch eine Operation einfach beseitigt werden könnte. Das Ungute dabei war, dass sich eine Geschwulst zeigte, die den Verdacht auf Krebs nahelegte. Es gab keine Tests, um Krebs auszuschließen. Also wurde ich an einen onkologischen Chirurgen verwiesen.

Ich hatte entsetzliche Angst. Der Krankenhausaufenthalt wegen der Transfusionen war mein allererster Besuch in einem Krankenhaus gewesen. Mein einziges Erlebnis, das einer Operation nahekam, hatte ich als kleines Kind gehabt, als bei mir eine Schnittwunde am Kinn genäht werden musste. Jetzt hatte ich eine große Operation vor mir, und sollte sich herausstellen, dass ich Krebs hatte, müsste ich vielleicht noch mit Chemotherapie und Bestrahlung behandelt werden.

Viele Fragen schossen mir durch den Kopf: Wie würde ich das wohl bewältigen? Wie würde ich es schaffen, weiter zu arbeiten? Würde es bei der Operation Komplikationen geben? Würde ich die Operation überhaupt überleben? Aufgrund meiner starken Blutarmut musste ich in Betracht ziehen, dass ich womöglich sterben könnte. Nächtelang lag ich wach, weil ich mich darum sorgte, was die Zukunft wohl mit sich bringen mochte.

In dieser beängstigenden Zeit ging ich daran, meinen Patriarchalischen Segen zu lesen. Meine Freundin Sarah hatte mir schon Jahre zuvor geraten, ihn regelmäßig zu lesen und oft darüber nachzudenken. Vielleicht gäbe es darin ja etwas, was mir helfen würde.

Und so war es auch. In einem Absatz gegen Ende des Segens wurde mir verheißen, ich würde gesund genug sein, um meine Gaben in der Kirche, in meinem Leben und in der Gesellschaft zu entfalten und einzusetzen. Ich wusste, dass das keine Garantie dafür war, dass alles genauso ausgehen würde, wie ich es mir erhoffte. Ich wusste, dass der Herr seinen eigenen Plan für mich hat und dass sich seine Verheißungen möglicherweise anders erfüllen könnten, als ich es erhoffte. Aber gleichzeitig fühlte ich mich sehr getröstet. Alles würde gut werden. Ich hatte Hoffnung und den Glauben, dass der Krebs – falls er sich bei mir herausstellen sollte – geheilt oder zumindest eingedämmt werden würde. Und falls nicht, könnte ich dem Herrn ja auf andere Weise weiterhin dienen. Schließlich hatte er etwas verheißen, und seine Verheißungen erfüllen sich immer.

Ich hielt mich in den Wochen vor meiner Operation an dieser Verheißung fest. Ich las meinen Patriarchalischen Segen immer und immer wieder. Jedes Mal, wenn ich mich von der Sorge überwältigt fühlte, rief ich mir die Verheißung zu meiner Gesundheit ins Gedächtnis. Ich würde das durchstehen. Alles würde gut werden. Der Herr hält sein Wort immer.

Die Operation wurde durchgeführt und verlief gut. Ich verlor nur sehr wenig Blut. Bei dem Schnelltest aus einer Stichprobe der Geschwulst fand sich kein Anhalt für Krebs. Ich erholte mich rasch von der Operation und konnte bereits eine Woche später halbtags arbeiten. Ich war erstaunt und unglaublich dankbar, wie viel besser ich mich schon fühlte.

Als der Befund aus der Pathologie ein paar Wochen später eintraf, bestätigte er das Ergebnis des intraoperativen Schnelltests. Ich hatte keinen Krebs. Mein Patriarchalischer Segen hatte sich genauso erfüllt, wie ich es mir erhofft hatte.

Doch die Geschichte endet hier noch nicht. Seit 2020 stecken wir ja mitten in einer Pandemie. Als Pharmazeutin bin ich in einer öffentlichen Apotheke tätig, und gehöre damit zu den Fachkräften im Gesundheitswesen, die ein besonders hohes Erkrankungsrisiko haben. Ich habe mich wieder meinem Patriarchalischen Segen und der Verheißung des Herrn hinsichtlich meiner Gesundheit zugewandt. Ich glaube daran, dass ich gesund bleiben werde, solange ich mich an die Richtlinien halte, die von seriösen Experten im Gesundheitswesen festgelegt wurden. Ich werde gesund genug sein, um das zu tun, was ich in der Kirche, in meinem Leben und in der Gesellschaft tun muss. Der Herr hatte es verheißen. Und seine Verheißungen erfüllen sich immer. Ich habe ein Zeugnis davon, dass das stimmt.


KC Bramer
KC Bramer lebt mit ihrem Mann und ihrem Hund in St. Paul in Minnesota. Sie liest und schreibt gern, mag Stricken, Yoga und Backen. Sie und ihr Mann fahren gerne Rad und erkunden nahe gelegene Städtchen und Parks.
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